Erfolgsprojekt der Werbe- und Stadtgemeinschaft
Über eine Million Euro in Gutscheinen - Lokale Wirtschaftsförderung
Der Gutschein mit der Nummer 1 der Schwabacher Werbe- und Stadtgemeinschaft (WSG) in Höhe von 10 D-Mark wurde im August 1998 ausgestellt. Bis heute sind rund 52.000 Gutscheine im Wert von inzwischen 1.106.994 Euro ausgegeben worden. Der größte Vorteil dabei: das Geld bleibt vollumfänglich in Schwabach.
Ursprungs-Ideengeber für einen lokalen Gutschein war der damalige Vorstand rund um Hartmut Hetzelein. „Zunächst wurden die Gutscheine nur für besondere Ereignisse, auf Wunsch und für die Weihnachtszeit erstellt“, blicken Bruno Fetzer, seit 1998 1. Vorsitzender der WSG, und Harald Bergmann, seit 1994 Kassier der WSG, zurück. Schritt für Schritt wurde der Gutschein zu einem festen Bestandteil in der WSG und in der Stadtgesellschaft.
Mit einem damals hochmodernen Tintenstrahldrucker wurde der jeweils gewünschte Betrag vorsichtig auf das Glanzpapier aufgedruckt, damit auch ja nichts verwischt.
Bis heute ist Harald Bergmann, Geschäftsführer der GEWOBAU „ehrenamtlicher Herr der Gutscheine“. Er nimmt Bestellungen entgegen, druckt die Gutscheine nach wie vor, gibt sie aus und rechnet die eingelösten Gutscheine mit den Firmen ab.
„Wir sind beim Handling absolut pragmatisch und unkompliziert. Jeder Wunschbetrag ist möglich. Und wenn ich ohnehin in den Geschäften unterwegs bin, nehme ich die eingelösten Gutscheine zur Abrechnung oft direkt mit“, erklärt Bruno Fetzer. Meist innerhalb von einer Woche erhalten alle Händler den Gutscheinwert aufs Konto überwiesen und das komplett ohne Gebühren oder Courtage.
Das funktioniert nur, weil die Vorstandschaft der WSG - mit den weiteren Vorstandsmitgliedern Jessica Schwenke, Viktoria Müglich und Petra Schwarz - ehrenamtlich arbeitet und bei den Papiergutscheinen keine externen Gebühren anfallen. Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren diskutiert, Scheckkarten oder digitale Gutscheine einzuführen, doch dann würden wiederum Gebühren von Zahlungsdienstleistern anfallen und das Handling verkompliziert. Die Mitglieder der WSG – Einzelhandel, Gastronomie und Unternehmen – hatten sich zuletzt bewusst für die klassische Papiervariante ausgesprochen. Zudem hat der Gutschein im DIN-A4-Format auch etwas Haptisches – auf Wunsch auch mit einem schicken Umschlag.
76 Akzeptanzstellen in Schwabach
Zusätzlich sind auf der Gutscheinrückseite alle 76 Mitgliedsbetriebe aufgedruckt, welche ihn akzeptieren. „Das sind nahezu alle unsere Mitglieder, nur einzelne Berufsgruppen wie Ärzte oder Notare können den Gutschein aus rechtlichen Gründen nicht annehmen“, erklärt Fetzer.
Manche Einzelhändler haben in ihren Kassensystemen eigene Tasten für den WSG-Gutschein, bei anderen wird der Wert direkt vom Rechnungsbetrag abgezogen. Einzige Bedingung: es muss der volle Gutscheinwert auf einmal eingelöst werden – es werden daher gerne auch mehrere Gutscheine in kleineren Beträgen ausgestellt.
Zu den Großbestellern zählen vor allem lokale Unternehmen, die die Gutscheine als Kunden- oder Mitarbeitergeschenke nutzen.
Verkauf beim Schwabacher Tagblatt
Privatpersonen können die Gutscheine auch beim Schwabacher Tagblatt erwerben (Montag bis Freitag von 8 bis 14 Uhr). „Wir sind sehr glücklich über die Kooperation mit dem Tagblatt, es funktioniert für alle Seiten reibungslos“, freut sich Bruno Fetzer.
Die Gutscheine haben eine aufgedruckte Gültigkeit. Bislang wurden dennoch ausnahmslos alle abgelaufenen Gutscheine verlängert oder neu ausgestellt. „Wer noch einen D-Mark-Gutschein zuhause hat, bekommt diesen auch jetzt noch umgerechnet zum Euro-Wert getauscht“, sagt Harald Bergmann schmunzelnd.
„Es ist mit Sicherheit einer der erfolgreichsten Gutscheine - und eine aktive Unterstützung für den lokalen Handel, denn jeder Cent davon bleibt in Schwabach!“, freut sich die gesamte Vorstandschaft der WSG.
