„Mehr Schwabach geht nicht“: Bürgerstiftung startet erstes eigenes Wohnungsbauprojekt
Spatenstich für neun geförderte Wohnungen – GEWOBAU übernimmt Baubetreuung und spätere Vermietung – Schwabacher Partner ziehen gemeinsam an einem Strang
Ein Schwabacher Grundstück, eine Schwabacher Stiftung, eine Schwabacher Baufirma und die GEWOBAU als Schwabacher Partnerin für Baubetreuung und spätere Vermietung: Beim offiziellen Spatenstich für das erste eigene Bauprojekt der Bürgerstiftung „Unser Schwabach“ wurde deutlich, wie viel lokales Engagement in dem Vorhaben steckt. Auf dem Areal der Firma Hans Humpenöder entstehen mit Unterstützung von Fördermitteln und Zuschüssen insgesamt neun geförderte Wohnungen an der Äußeren Rittersbacher Straße 21.
Ganz klassisch war der Spatenstich dabei nicht mehr: Der Keller ist bereits ausgehoben. Damit konnte die ausführende Baufirma Hans Humpenöder GmbH nach Abschluss der notwendigen Vorarbeiten und Genehmigungen ohne weitere Verzögerung in die Bauphase starten.
Der Vorsitzende der Bürgerstiftung Schwabach, Ralf Gabriel, begrüßte zum Spatenstich Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Partner, Mitglieder des Stiftungsrates sowie Oberbürgermeister Peter Reiß. Bereits seit 2024 beschäftigt sich die Stiftung mit dem Grundstück und den Möglichkeiten einer Bebauung. Für die seit rund 20 Jahren bestehende Bürgerstiftung ist das Projekt ein besonderer Meilenstein: Erstmals wagt sie sich selbst an ein Bauvorhaben.
Bislang wurden die Mittel der Stiftung vor allem gesammelt und klassisch etwa in Wertpapieren und Anleihen angelegt. Das Kapital sollte Erträge erwirtschaften, mit denen wiederum Gutes in Schwabach unterstützt werden kann. Mit dem eigenen Immobilienprojekt geht die Stiftung nun einen weiteren Schritt: Das Geld arbeitet unmittelbar in der Stadt und schafft dort dauerhaft einen konkreten sozialen Mehrwert.
Auch im Stiftungswesen spiele das Thema wirkungsorientierter Immobilieninvestitionen zunehmend eine Rolle, machte Gabriel deutlich. Mit den neun eigenen Wohnungen verbindet die Bürgerstiftung eine langfristige Kapitalanlage mit ihrem Stiftungszweck: Gutes vor Ort zu tun und Verantwortung für Schwabach zu übernehmen.
Geplant sind kleinere und größere Wohnungen mit unterschiedlichen Grundrissen. Auf drei Etagen entstehen jeweils drei Wohnungen, beginnend bei Zwei-Zimmer-Wohnungen bis hin zu größeren Einheiten. Die Bürgerstiftung schafft damit zusätzlichen bezahlbaren Wohnraum und investiert zugleich langfristig und nachhaltig in das eigene Stiftungsvermögen.
Oberbürgermeister Peter Reiß, der beim Spatenstich zugleich als Vertreter der Stadt und in seiner Funktion innerhalb der Bürgerstiftung vor Ort war, bezeichnete das Vorhaben als ein „richtiges Schwabacher Projekt“: „Mehr Schwabach geht eigentlich nicht: ein Schwabacher Grundstück, eine Schwabacher Baufirma, die Schwabacher Bürgerstiftung und die GEWOBAU für Baubetreuung und spätere Vermietung.“ Genau dieser lokale Gedanke passe zu einer Bürgerstiftung.
Reiß wünschte allen Beteiligten einen erfolgreichen und möglichst reibungslosen Bauverlauf. Passend zum langfristigen Vermögensaufbau der Stiftung erinnerte er dabei an eine alte Anlageweisheit: „Ein Drittel Land, ein Drittel Waren, ein Drittel bar zur Hand.“ Mit der Investition in Immobilien sei die Bürgerstiftung somit gut aufgestellt.
Horst Humpenöder von der ausführenden Baufirma blickte auf die Vorbereitungsphase zurück. Insbesondere Förderfragen und notwendige Abstimmungen hätten die Arbeiten zunächst verzögert. Nachdem diese Punkte geklärt waren, sei das Projekt jedoch sehr gut vorangekommen. Auch die Baugenehmigung durch die Stadt Schwabach sei zügig erfolgt.
Besonders hob er das gute Zusammenspiel mit der GEWOBAU hervor. Die Zusammenarbeit sei von Sachverstand und klaren Zuständigkeiten geprägt: Jeder wisse, was zu tun sei. Für die konkrete Umsetzung auf Seiten der Firma Hans Humpenöder zeichnet Max Humpenöder verantwortlich. Ziel ist es, den Rohbau bis Ende 2026 fertigzustellen. Anschließend folgen die weiteren Ausbaugewerke.
Auch GEWOBAU-Geschäftsführer Harald Bergmann stellte die gute Zusammenarbeit in den Mittelpunkt. Das Projekt zeige, wie wichtig der frühzeitige und offene Austausch zwischen den Partnern sei. Ohne diese Gespräche und das gemeinsame Ausloten der Möglichkeiten wäre das Vorhaben in dieser Form nicht entstanden. Für die GEWOBAU begleitet unter anderem Jan Hellstern aus der Technischen Abteilung das Projekt. Neben der Baubetreuung wird die GEWOBAU später auch die Vermietung der Wohnungen übernehmen.
Das Projekt der Bürgerstiftung zeigt damit beispielhaft, wie lokale Partner gemeinsam einen dauerhaften Mehrwert für Schwabach schaffen können: Kapital aus der Stadt wird in der Stadt investiert – und daraus entsteht bezahlbarer Wohnraum für die Menschen vor Ort.
